Autor Thema: Angstzustände: Wohnung stürzt ein  (Gelesen 923 mal)

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Offline datzifrau

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Angstzustände: Wohnung stürzt ein
« am: 04. März 2010, 15:23:54 »
Hallo,

ich möchte mich heute hier melden auf Grund eines psychischen Problems. Seit meiner Kindheit habe ich ungeheure Angst davor, dass unsere Wohnung einstürzen könnte und das alleine wegen der Möbel und Menschen, die sich darin befinden. Deshalb habe ich mich in diesem Forum umgesehen, um die Bestätigung zu finden, dass unsere Wohnung schon nicht einfach so aus heiterem Himmel einstürzen wird und meine Ängste etwas nachlassen.

Aber das Gegenteil ist geschehen: Ich habe mehr Angst als je zuvor. Wenn ich lese, dass eine Stahlbetondecke NUR -3kN/m² aushält, wird mir richtig übel. Das ist viel zu wenig. Meine Mutter wiegt schon über 100kg und das Gewicht verteilt sich auf deutlich weniger als 1m². Ich meine, unser voll gestopfter riesiger Kleiderschrank bringt locker knapp 1,5t auf die Waage und das auf 1,35m² verteilt, unsere Couch ist so massiv schwer, dass ich sie alleine gar nicht hoch heben kann. Ich will also nicht wissen, was die wiegt und die steht auch nur auf rund 2m². Ich dachte ernsthaft, Stahlbeton hält mehr aus. Jetzt kann ich ja nicht mal mehr ruhigen Gewissens ein Vollbad nehmen...

Kann mich jemand beruhigen?  :(

P.S.: Zum besseren Verständnis: Wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus, Bj. 1965, in der 2. von 4 Etagen. Die Decken und Wände sind aus Stahlbeton, mehr weiß ich nicht.

Danke im Voraus,
datzi
« Letzte Änderung: 04. März 2010, 16:53:43 von nd »

Offline nd

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Antw:Angstzustände: Wohnung stürzt ein
« Antwort #1 am: 04. März 2010, 16:52:20 »
Stahlbetondecken werden im Allgemeinen mit einer Verkehrslast von 1,5 kN/m2 gerechnet. Bei einem Raum mit der Größe  von 4 m * 5 m = 20 qm entspricht das insgesamt 20 * 1,5 = 30 kN. Wenn jemand mehr als 100 kg=1 kN wiegt, ist das im Vergleich zu den 30 kN ziemlich unerheblich, weil die Verkehrslast  von 1,5 kN/m2 statistisch ermittelt wurde und über die ganze Deckenplatte wirkt. Ich hoffe, das hilft.
« Letzte Änderung: 04. März 2010, 16:53:57 von nd »

Offline datzifrau

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Antw:Angstzustände: Wohnung stürzt ein
« Antwort #2 am: 04. März 2010, 17:14:46 »
Das verstehe ich nicht ganz. Ich dachte jetzt, man darf 1m² mit nicht mehr als der zulässigen Nutzlast versehen. Und wenn das 1,5kN/m² sind, dann darf auf einem m² auch nur 150kg lasten oder verstehe ich das falsch? Mein Gewicht von 69kg lastet auf 2 Füßen à 24+8cm, ergo auf  rund 0,04m². Das wären ca. 1,7t/m². Normalerwiese dürfte die Statik das doch gar nicht aushalten, wenn das mit den 1,5kN/m² stimmt. Es müssten ja ständig Häuser einstürzen bei so wenig Tragfähigkeit. Ich meine, wie viele Menschen gibt es, die an die 300kg wiegen und 24h in ihrem Bett verbringen. Da müssten die ja auch eines Tages einen Stock tiefer landen.

Und hier noch was:

Die Staatsbibliothek hat in der 2. Etage 20 Regalschränke, die  12m Lang, 50 cm breit 2,50 m hoch sind, voll mit ca. 5000 Büchern  mitten im Raum stehend. Jedes der Bücher wiegt ca. 800 g + Regalschrank-gewicht= ca.4500kg auf ca. 6m² verteilt. Und wenn man alle 20 Regalschränke berechnet, macht das ca. 1,2 Tonnen Dauerbelastung pro/m² und die Bibliothek steht noch.

Bei Häusern, die gerade gebaut werden, heben Kräne haufenweise Paletten mit Steinen,Beton,etc. immer auf die gerade eben fertiggestellte Etage um die nächste zu bauen (teilweise übereinander, 2t und mehr Belastung auf 1m² und das manchmal wochenlang)

Das ist es, was mich irritiert. Von allen Seiten höre ich immer, ein Wohngebäude stürzt nicht einfach so ein, weil es schwere Möbel oder Aquarien oder sonst was trägt. Ich habe auch schon oft gehört, dass eine Wohndecke aus Stahlbeton locker 1t/m² trägt, ohne zu brechen, aber davon kann ich hier weit und breit nichts lesen. Ich müsste ja eigentlich für alles einen Statiker herbei rufen, wenn ich so die Wohnungseinrichtung anschaue *grübel*

Haben Sie persönlich schon eine Decke einstürzen sehen, weil jemand zu schwere Möbel etc. hatte?

LG und Danke für ihr Verständnis,
datzifrau
« Letzte Änderung: 04. März 2010, 17:34:08 von nd »

Offline nd

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Antw:Angstzustände: Wohnung stürzt ein
« Antwort #3 am: 04. März 2010, 17:39:55 »
Das verstehe ich nicht ganz. Ich dachte jetzt, man darf 1m² mit nicht mehr als der zulässigen Nutzlast versehen. Und wenn das 1,5kN/m² sind, dann darf auf einem m² auch nur 150kg lasten oder verstehe ich das falsch? Mein Gewicht von 69kg lastet auf 2 Füßen à 24+8cm, ergo auf  rund 0,04m². Das wären ca. 1,7t/m². Normalerwiese dürfte die Statik das doch gar nicht aushalten, wenn das mit den 1,5kN/m² stimmt. Es müssten ja ständig Häuser einstürzen bei so wenig Tragfähigkeit. Ich meine, wie viele Menschen gibt es, die an die 300kg wiegen und 24h in ihrem Bett verbringen. Da müssten die ja auch eines Tages einen Stock tiefer landen.

Und hier noch was:

Die Staatsbibliothek hat in der 2. Etage 20 Regalschränke, die  12m Lang, 50 cm breit 2,50 m hoch sind, voll mit ca. 5000 Büchern  mitten im Raum stehend. Jedes der Bücher wiegt ca. 800 g + Regalschrank-gewicht= ca.4500kg auf ca. 6m² verteilt. Und wenn man alle 20 Regalschränke berechnet, macht das ca. 1,2 Tonnen Dauerbelastung pro/m² und die Bibliothek steht noch.

Bei Häusern, die gerade gebaut werden, heben Kräne haufenweise Paletten mit Steinen,Beton,etc. immer auf die gerade eben fertiggestellte Etage um die nächste zu bauen (teilweise übereinander, 2t und mehr Belastung auf 1m² und das manchmal wochenlang)

Das ist es, was mich irritiert. Von allen Seiten höre ich immer, ein Wohngebäude stürzt nicht einfach so ein, weil es schwere Möbel oder Aquarien oder sonst was trägt. Ich habe auch schon oft gehört, dass eine Wohndecke aus Stahlbeton locker 1t/m² trägt, ohne zu brechen, aber davon kann ich hier weit und breit nichts lesen. Ich müsste ja eigentlich für alles einen Statiker herbei rufen, wenn ich so die Wohnungseinrichtung anschaue *grübel*

Haben Sie persönlich schon eine Decke einstürzen sehen, weil jemand zu schwere Möbel etc. hatte?

LG und Danke für ihr Verständnis,
datzifrau

Wie gesagt, diese 1,5 kN/m2 sind ein über die Deckenplatte ermittelter durchschnittlicher Wert, der irgendwann mal statistisch ermittelt wurde und bei üblichen Belastungen ausreichend ist. Im Januar sind teilweise, die Turnhallen in Deutschland wegen Einsturzgefahr gesshlossen, weil deutlich über das angenommene Maß hinaus, Schnee auf den Dächern lag.

Offline datzifrau

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Antw:Angstzustände: Wohnung stürzt ein
« Antwort #4 am: 04. März 2010, 19:01:35 »
Nicht gerade beruhigend. Also schwebe ich täglich in Lebensgefahr, weil hier so einiges an Menschen und Möbeln mehr zu Stande bringt als 150kg/m²  :o
« Letzte Änderung: 04. März 2010, 22:19:53 von nd »

Offline nd

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Antw:Angstzustände: Wohnung stürzt ein
« Antwort #5 am: 04. März 2010, 22:21:24 »
Nicht gerade beruhigend. Also schwebe ich täglich in Lebensgefahr, weil hier so einiges an Menschen und Möbeln mehr zu Stande bringt als 150kg/m²  :o

Statistisch ist zumindest in unseren Breiten die Gefahr durch einen Verkehrsunfall getötet zu werden, deutlich größer als durch herabfallende Bauteile einstürzender Häuser.  ;)

Offline junky

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Re: Angstzustände: Wohnung stürzt ein
« Antwort #6 am: 15. Juli 2010, 14:04:21 »
Hallo,

ich möchte mich heute hier melden auf Grund eines psychischen Problems. Seit meiner Kindheit habe ich ungeheure Angst davor, dass unsere Wohnung einstürzen könnte und das alleine wegen der Möbel und Menschen, die sich darin befinden. Deshalb habe ich mich in diesem Forum umgesehen, um die Bestätigung zu finden, dass unsere Wohnung schon nicht einfach so aus heiterem Himmel einstürzen wird und meine Ängste etwas nachlassen.

Aber das Gegenteil ist geschehen: Ich habe mehr Angst als je zuvor. Wenn ich lese, dass eine Stahlbetondecke NUR -3kN/m² aushält, wird mir richtig übel. Das ist viel zu wenig. Meine Mutter wiegt schon über 100kg und das Gewicht verteilt sich auf deutlich weniger als 1m². Ich meine, unser voll gestopfter riesiger Kleiderschrank bringt locker knapp 1,5t auf die Waage und das auf 1,35m² verteilt, unsere Couch ist so massiv schwer, dass ich sie alleine gar nicht hoch heben kann. Ich will also nicht wissen, was die wiegt und die steht auch nur auf rund 2m². Ich dachte ernsthaft, Stahlbeton hält mehr aus. Jetzt kann ich ja nicht mal mehr ruhigen Gewissens ein Vollbad nehmen...

Kann mich jemand beruhigen?  :(

P.S.: Zum besseren Verständnis: Wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus, Bj. 1965, in der 2. von 4 Etagen. Die Decken und Wände sind aus Stahlbeton, mehr weiß ich nicht.

Danke im Voraus,
datzi

Die Lösung ihres Problems liegt in den Händen eines Psychaters und nicht Bauingenieurs...