Tragwerksplanung

Nutzungs- und Baukostenoptimierte Baukonstruktionen

Bezogen auf alle Hochbaugewerke bietet der Rohbau die größten Möglichkeiten für Kosteneinsparungen. Der Markt für Baukosten von Ausbaugewerken kann als weitgehend transparent angesehen werden. Preisvergleiche sind hier ohne Schwierigkeiten möglich. Bei gleichartigen Gebäuden können die Rohbaukosten stark voneinander abweichen. Diese Abweichungen sind durch teilweise gravierende Unterschiede in den Bauteilabmessungen, beispielsweise der Deckenhöhen und Wandstärken, und dem Betonstahlverbrauch bei ansonsten gleichartigen Gebäuden begründet.
Durch Einbeziehung der Tragwerksplanung bei der Gesamtplanung von Anfang an und durch möglichst genaue rechnerische Nachweise kann der Materialverbrauch und somit die Kosten bei gleicher Qualität und Sicherheit minimiert werden. Beispielsweise kann durch Wahl der optimalen Abstände der tragenden Wände  schon bei der Architekturplanung die Höhe einer Betondecke minimiert werden. Bei einer statischen Berechnung der Decke nach der Methode der "Finiten Elemente" wird ein engmaschiges Netz über das Deckensystem unter Berücksichtigung von Störungen wie beispielsweise ein Treppenloch, gelegt. Dieses Verfahren stimmt mit dem Tragverhalten der Deckenplatten wirklichkeitsnah überein und liefert möglichst geringe Schnittkräfte, Bewehrungsgrade und Verformungen. Der Gesamt-Stahlaufwand reduziert sich gegenüber einer weniger genauen Berechnung erheblich,  unter anderem auch deshalb weil "Angsteisen" durch die gezielten Nachweise entbehrlich werden.  Durch die wirklichkeitsnahe Erfassung der Auflagerkräfte des Deckensystems bei der Finiten-Element-Methode wird somit die Belastung auf die Raumtrennwände wirklichkeitsnah erfasst. Diese können dann möglichst schlank, z. B. 11,5 cm dick,  dimensioniert werden. Dadurch werden einerseits Material und damit auch Kosten eingespart und anderseits ergibt sich eine größere Wohn- oder Nutzfläche.